Wasser-, Gas- und Stromzähler, Wechselrichter und Batteriespeicher automatisch auslesen – ohne dass jemand vor dem Zähler stehen muss, auch nicht für die jährliche Ablesung. Dafür haben wir eine Familie von Zählerlesern entwickelt, von der Platine bis zur Firmware, die bei unserem Partner WiSo green solutions im Einsatz ist.
Das Besondere ist nicht eine einzelne Platine, sondern das Prinzip: eine Hauptplatine und steckbare Module. Jede Messstelle bekommt genau die Schnittstellen, die sie braucht – nicht mehr und nicht weniger.







Wer Zähler digital anbinden will, trifft auf eine bunte Mischung: Stromzähler mit optischer Schnittstelle, Wasserzähler mit mechanischem Rollenzählwerk, Wechselrichter und Unterzähler mit Modbus – und Keller mit oder ohne WLAN. Für diese Vielfalt gibt es drei Bauweisen:
| Idee | Was es kostet | |
|---|---|---|
| Alles-Könner | Ein Gerät mit jeder Schnittstelle: Kamera, Infrarot, RS485, Ethernet, Mobilfunk. | Jede Messstelle bezahlt alle Schnittstellen, braucht aber meist eine. Das Gerät wird groß, und jede Änderung an einer Schnittstelle ist ein Redesign des Ganzen. |
| 90-Prozent-Gerät | Ein günstiges Gerät für den häufigsten Fall, etwa nur den optischen Stromzähler. | Die übrigen 10 % brauchen ein zweites Produkt, einen Umweg oder einen Techniker vor Ort – und genau diese Stellen sind die teuersten. |
| Baukasten | Eine Hauptplatine, dazu Module für genau die Zähler, die vor Ort hängen. | Jede Messstelle zahlt nur ihre Schnittstellen. Ein neuer Zählertyp bedeutet ein neues kleines Modul – die Hauptplatine und die Firmware bleiben. |
Alle Hauptplatinen tragen denselben ESP32-S3 und dieselbe Firmware. Sie unterscheiden sich nur darin, was fest verbaut ist – eine Kamera oder eine Netzwerkbuchse – und wie viele Module sie aufnehmen.
Liest mechanische Rollen- und Zeigerzählwerke per Kamera. Die Ziffernerkennung läuft als neuronales Netz direkt auf dem Gerät und liefert zu jeder Ziffer eine Konfidenz mit – der Server entscheidet, welchem Wert er traut.
Für den Zählerschrank mit mehreren Zählern: ein Netzteil, ein Uplink, eine Inbetriebnahme statt einem Gerät pro Zähler. Typisch sind vier Infrarot-Köpfe plus ein Modbus-Anschluss.
Derselbe Hub mit Netzwerkbuchse. Kabel einstecken, fertig: kein WLAN-Passwort, das bei einem Routertausch verloren geht, und kein Mobilfunkmodul, wo ohnehin ein Netzwerkkabel liegt.
Jeder Steckplatz ist gleich: ein sechspoliger JST-Stecker mit Versorgung und drei Signalleitungen. Jedes Modul passt in jeden Steckplatz.
Wird magnetisch auf die optische Schnittstelle moderner Stromzähler gesetzt. Der Zähler meldet selbst, welche Werte er liefert – ein Zählerkatalog ist nicht nötig.
Für Unterzähler, Wechselrichter und Speicher mit RS485-Bus. Mit Überspannungsschutz und zuschaltbarem Abschlusswiderstand.
Für Keller ohne WLAN – und als Rückfallebene, wenn das WLAN ausfällt. Ausgelegt auf 1 GB Datenvolumen für zehn Jahre, mit rund zwanzigfacher Reserve.
USB, Schutzbeschaltung und Taster sitzen auf einem Adapter statt auf jeder Hauptplatine. Er wird nur zum ersten Aufspielen gebraucht – danach kommen Updates über das Netz.
Viele Wechselrichter, Batteriespeicher und Smart-Meter sprechen Modbus TCP über das Netzwerk. Dafür braucht der Leser gar keine Zusatzplatine: Er durchsucht sein lokales Netz, erkennt kompatible Geräte und übernimmt sie per Klick – bis zu acht Geräte pro Leser, parallel abgefragt. Neue Gerätetypen sind ein Eintrag im Zählerkatalog, keine neue Firmware.
Wie viel die Bauweise ausmacht, zeigen drei typische Standorte – so unterschiedlich, wie Messstellen eben sind.
Der Stromzähler hängt im Zählerschrank, der Wasserzähler mit Rollenzählwerk sitzt im Keller, auf dem Dach eine PV-Anlage mit Batteriespeicher. Das WLAN reicht bis in den Keller.
Strom, Wasser, Erzeugung und Speicher in einem System – statt einer eigenen App für jede Anlage.
Im Elektroschrank hängen vier Stromzähler, dort liegt auch ein Netzwerkkabel. Im Nebenraum sitzt ein alter Wasserzähler mit Rollenzählwerk, gleich daneben ein ebenso alter Gaszähler. Und auf dem Dach eine PV-Anlage.
Mit Einzelgeräten wären das mehrere Produkte mit eigenen Apps und Konten – und die PV-Anlage bliebe meist außen vor: Gängige Zählerleser binden keine Wechselrichter an.
Ein einzelner Stromzähler in einem Nebengebäude. Kein WLAN, kein Netzwerkkabel, nur Strom.
Hier ist für gängige Zählerleser Schluss: Ohne WLAN liefern sie keinen einzigen Wert.
Ein Stromzähler mit optischer Schnittstelle braucht eine Hauptplatine und einen fingerkuppengroßen Infrarot-Kopf, der einen Bruchteil der Hauptplatine kostet. Kamera, Mobilfunk und RS485 kommen nur dorthin, wo sie gebraucht werden.
Das Mobilfunkmodul ist das teuerste Teil im Baukasten und am schwersten zu beschaffen. Leser in WLAN-Reichweite teilen sich deshalb eines, statt dass jeder Zähler sein eigenes braucht.
Wenige Platinen, die zusammen alles abdecken. Was ein Standort kauft, arbeitet dort auch – keine Schnittstelle, die ungenutzt auf der Platine sitzt. Übrig bleiben höchstens freie Steckplätze.
Jede Kombination aus Hauptplatine und Modulen läuft mit derselben Firmware, die per Update über das Netz verteilt wird – mit automatischer Rückkehr zur Vorversion, falls ein Update nicht startet.
Wohin die Werte gehen, entscheidet der Eigentümer der Geräte: an den eigenen Server, an einen Dienstleister seiner Wahl – oder perspektivisch an ein Portal von uns. Herkömmliche Zählerleser binden die Daten an die Cloud des Herstellers, teils nur im Abo.
Die SIM-Karten kommen von unserem Partner melita.io und verlängern sich auf Wunsch automatisch. Ist eine doch einmal abgelaufen, wird sie aus der Ferne wieder aktiviert – niemand muss dafür an den Zähler. Aktuell kostet eine SIM mit 1 GB für zehn Jahre einmalig 10 € zzgl. MwSt. (Tarife bei melita.io, Stand 09/2026).
Für Standorte mit genau einem Zähler lohnt sich die Trennung in Hauptplatine und Modul nicht – dort ist die gestrichene Verbindung der eigentliche Gewinn. Deshalb entsteht eine zweite Produktklasse: Einzelleser, bei denen das ganze Gerät auf einer schmalen Platine sitzt, etwa als RS485-Leser mit oder ohne Netzwerkbuchse. Für den Baukasten sind weitere Module vorgesehen, darunter M-Bus und S0-Impulszähler.
Steuern statt nur lesen: Über Modbus TCP lassen sich Wechselrichter und Batteriespeicher grundsätzlich nicht nur auslesen, sondern auch ansteuern – etwa um die Einspeisung zu begrenzen oder einen Speicher gezielt zu laden. Die Hardware bringt dafür alles mit; die Firmware liest heute bewusst nur, das Steuern ist als Erweiterung vorgesehen.
Sie betreiben viele Messstellen und wollen sie ohne Ablesetermine erfassen? Oder brauchen Elektronik, die in Ihre Stückzahlen und Ihr Budget passt? Kostenloses Erstgespräch anfragen.